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StartImmobilienTIMOCOM Transportbarometer: Hohe Energiepreise führen zu rückläufigen LKW-Kapazitäten

TIMOCOM Transportbarometer: Hohe Energiepreise führen zu rückläufigen LKW-Kapazitäten

Der Transportmarkt startete 2026 mit mehr Dynamik, jedoch unter verschärften strukturellen Bedingungen: Eine robuste Nachfrage traf auf ein reduziertes Angebot an Transportkapazitäten aufgrund von Insolvenzen und Kapazitätsabbau. Dieser könnte sich durch die geopolitische Situation weiter ausweiten.

Immer größere Reduzierungen des LKW-Fuhrparks

Obwohl die konjunkturellen Impulse schwach blieben, wurden im ersten Quartal 2026 europaweit 41 % mehr Frachtangebote als im Vorjahr in der Frachtenbörse von TIMOCOM eingestellt. Gleichzeitig nahmen die frei gemeldeten Transportkapazitäten weiter ab, sodass es für Auftraggeber schwieriger wird, passenden Laderaum zu finden. Die bei TIMOCOM eingestellten LKW-Kapazitäten gingen im ersten Quartal um 7 % gegenüber Q1 2025 zurück. „Geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise verstärken den Druck auf Transportunternehmen, ihre Kapazitäten effizient einzusetzen. Da das nicht immer gelingt, ist die Folge, dass ein Teil der Flotte stillgelegt wird„, so Gunnar Gburek, Company Spokesman & Head of Business Affairs bei TIMOCOM. Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) spricht von einer möglichen Reduzierung des Fuhrparks von 10 bis 20 % in Deutschland.

Konjunkturelle Impulse bleiben punktuell

Das erste Quartal zeigt ein gemischtes Bild: Schwache Handelsimpulse und Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe sowie rückläufiger Konsum dämpften die Nachfrage zunächst. Im weiteren Verlauf wurden konjunkturelle Impulse sichtbar. So stieg die Industrienachfrage in Deutschland laut Statistischem Bundesamt im Februar um 3,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Treiber waren die Automobilindustrie sowie ein Anstieg bei Konsumgütern um 4,5 %.

Nachfrage nach Transportdienstleistungen stieg deutlich an

Der Frachtanteil lag im März europaweit bei 79 % und damit 11 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Der Januar lag ebenfalls bei 79 % (+4 Prozentpunkte), der Februar bei 75 % (+9 Prozentpunkte). Die Nachfrage nach Laderaum entwickelte sich stärker als erwartet.

Innerhalb Deutschlands wurden im ersten Quartal 37 % mehr Frachtangebote gezählt als im Vorjahresquartal. Der Frachtanteil lag im Februar bei 68 % (+7 Prozentpunkte) und stieg im März auf 77 % (+9 Prozentpunkte).

Frachtanteil in Deutschland:

  • Jan 2026: 78 % (+2 pp ggü. Jan 2025)
  • Feb 2026: 68 % (+7 pp ggü. Feb 2025)
  • Mär 2026: 77 % (+9 pp ggü. Mär 2025)

Transportbedarf und Kapazitäten innerhalb Österreichs ausgeglichen

Die Anzahl der Frachtangebote innerhalb Österreichs stieg ebenfalls gegenüber 2025. Im ersten Quartal waren es 40 % mehr Angebote als im Vorjahr. Der Frachtanteil lag im März bei 47 %. Der Anstieg um 13 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr unterstreicht die gestiegene Marktdynamik.

Frachtanteil in Österreich:

  • Jan 2026: 43 % (+4 pp ggü. Jan 2025)
  • Feb 2026: 43 % (+9 pp ggü. Feb 2025)
  • Mär 2026: 47 % (+13 pp ggü. Mär 2025)

Die herausfordernde Situation, in der sich die Wirtschaft befindet, wird durch die Vergabe der Transportaufträge über den Spotmarkt deutlich. Hier finden Auftraggeber kurzfristig Laderaum, während die festen Subunternehmer ihre Kapazitäten abbauen oder keine längerfristigen Bindungen zu unsicheren Konditionen eingehen möchten. Vergleichbare Entwicklungen sind in zahlreichen europäischen Kernländern zu beobachten, vor allem auf stark nachgefragten Korridoren„, sagt Gunnar Gburek.

Transportpreise reagieren verzögert

Zu Jahresbeginn sanken die europäischen Spotmarktpreise gegenüber dem Jahreswechsel. Mit zunehmender Spannung des Konflikts im Nahen Osten stiegen die Preisvorschläge wieder an. Auftragnehmer forderten im Schnitt 9,5 % höhere Kilometerpreise als im Vorjahresquartal, Auftraggeber boten 8,9 % mehr. Die wöchentlichen Durchschnittspreise lagen zwischen 1,48 €/km und 1,75 €/km.

Innerhalb Deutschlands stiegen die Forderungen der Frachtführer im Schnitt um 9,7 % und lagen über 2 Euro pro km. Die angebotenen Preise stiegen um 9,1 % und lagen im Schnitt bei 1,59 €/km bis 1,98 €/km.

Ausblick bei unsicherer geopolitischer Entwicklung

Das zweite Quartal hängt von der Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten ab. In einer optimistischen Prognose wird der Frachtanteil im April bei ca. 80 % erwartet, im Mai bei
82 % und im Juni nicht unter 80 %.

Sollte sich der Iran-Konflikt länger hinziehen und weiter zuspitzen, wird dies gravierende Auswirkungen haben, die nicht nur die Branche, sondern die gesamte Wirtschaft betreffen könnten. Denn Transportkapazitäten werden nachhaltig in Zentraleuropa verschwinden„, so Gunnar Gburek von TIMOCOM.

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