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StartSonstigesKI, Computer, RoboterFraunhofer IML stellt Marktstudie zu Pick-Robotik und FTS vor

Fraunhofer IML stellt Marktstudie zu Pick-Robotik und FTS vor

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind in der Kommissionierung bereits verbreitet. Die Kombination mit Pick-Robotik wird dagegen bislang nur von wenigen Unternehmen eingesetzt. Eine Marktstudie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML zeigt den aktuellen Stand und die Perspektiven der Technologien.

2024 wurden in Deutschland rund 4,3 Milliarden Pakete versendet. Der Bundesverband für Paket- und Expresslogistik e. V. erwartet, dass 2029 die Marke von fünf Milliarden Paketen erreicht wird. Das Wachstum im E-Commerce und veränderte Konsumverhalten erhöhen den Automatisierungsbedarf in der Intralogistik, insbesondere in der Kommissionierung. Gefragt sind flexible, skalierbare und leistungsfähige Systeme, die personelle Ausfälle kompensieren und Mitarbeitende unterstützen.

Das Fraunhofer IML hat in der Marktstudie „Automatisierungstechnologien für die Kommissionierung: Pick-Robotik trifft auf FTS – passt die Kombination?“ untersucht, in welchem Umfang Pick-Robotik und FTS im Piece-Picking eingesetzt und miteinander kombiniert werden. Forschende des Instituts haben die Ergebnisse am 9. September im Rahmen des Zukunftskongresses Logistik veröffentlicht und vorgestellt.

Für die Studie identifizierten die Forschenden wirtschaftliche und wissenschaftliche Trends zu beiden Technologien. In einer Marktrecherche verglichen sie außerdem 33 aktuell verfügbare Pick-Robotik-Lösungen. Die Auswahl eines geeigneten Systems hängt demnach unter anderem von den jeweiligen Prozessen, Artikelstrukturen und Lagerbedingungen ab. Die Systeme können Kommissionierleistungen erreichen, die über der menschlichen Leistung liegen.

An der Online-Befragung im Rahmen der Studie nahmen 45 Unternehmen teil. Mehr als ein Drittel nutzt bereits FTS, beispielsweise für den Zu- und Abtransport von Waren im Kommissionierbereich. Sieben der befragten Unternehmen setzen Pick-Roboter ein, vier kombinieren beide Technologien. Mehr als ein Viertel plant einen künftigen kombinierten Einsatz.

Als Vorteile des kombinierten Einsatzes nennen die Unternehmen vor allem die Unterstützung bei Fach- und Hilfskräftemangel, die Entlastung von Mitarbeitenden und mögliche Kosteneinsparungen. Als Herausforderungen werden unter anderem Integrationskosten, die Abhängigkeit vom Lagerlayout sowie Sonderfälle und eine hohe Auftragsvarianz genannt.

Zusätzlich befragten die Forschenden Expertinnen und Experten aus Systemintegration und Forschung und führten mit ihnen eine SWOT-Analyse zu Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken durch. Die Nachfrage nach Pick-Robotik-Lösungen steigt. Einen flächendeckenden kombinierten Einsatz von Pick-Robotik und FTS halten die befragten Fachleute derzeit jedoch für unwahrscheinlich.

Als relevante Entwicklungen nennen die Expertinnen und Experten Fortschritte in der Mechatronik, KI-basierten Lernverfahren und der humanoiden Robotik. Die Kombination von Pick-Robotik und FTS dürfte nach Einschätzung der Fachleute künftig in ausgewählten Bereichen an Bedeutung gewinnen. Potenziale sehen sie unter anderem in der Produktionsversorgung. Die Entwicklung geeigneter Anwendungsfälle bleibt damit ein Thema für Forschung und Praxis.

Zur komplette Marktstudie finden Sie hier.

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