Mit über 350 Teilnehmenden ist am 8. September der »Zukunftskongress Logistik – 44. Dortmunder Gespräche« gestartet. Zwei Tage lang steht in den Dortmunder Westfalenhallen das Motto »Sichere Logistik für unsichere Zeiten« im Mittelpunkt der Keynotes, Diskussionsrunden und Fachgespräche.
Gesperrte Seewege, geopolitische Konflikte, Klimaereignisse und kollabierende Lieferketten: Die Logistik muss sich angesichts der Krisen von einer auf Kosten und Effizienz ausgerichteten Branche zu einem resilienten und wehrhaften Sicherheitsgaranten entwickeln. Darin waren sich die Referentinnen und Referenten zum Start des diesjährigen Zukunftskongresses Logistik einig. »Resilienz läuft nur so lange gegen Effizienz, bis der Krisenfall eintritt. Dann ist das resiliente System das effizientere – das muss man bei der Bewertung immer mitdenken«, betonte etwa Prof. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, zur Eröffnung des Kongresses.
Anschließend brachte Dr. Heiko Herold in seiner Keynote »Der globale Systemkonflikt um die Weltordnung des 21. Jahrhunderts« seine Perspektive als Vertreter des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel in die Diskussion ein.
In einem weiteren Themenblock ging es am Vormittag um die Perspektiven von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik. Prof. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML, forderte darin, dass sich Europa im globalen Wettbewerb positionieren müsse. »Ein mutiges Europa investiert in die Entwicklung von KI und autonomen Systemen. Offene, einheitliche Standards ermöglichen europäischen Unternehmen und ihren Forschungspartnern, gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln und sich im globalen Wettbewerb zu behaupten«, so Kirchheim. Dr. Kerstin Höfle (Syncore) gab einen Ausblick auf die Entwicklung von KI und Robotik in der Logistik.
Prof. Michael Henke, ebenfalls Institutsleiter am Fraunhofer IML, ging in seinem Impuls »Innovationen in der Logistik – wohin geht die Reise?« auf Fragen rund um sichere Logistik für unsichere Zeiten ein: »Wir haben alle technologischen Bausteine, um sichere Logistik in unsicheren Zeiten möglich zu machen – von der KI-gestützten Supply Chain bis zur Drohnentechnologie, von Digitalen Zwillingen bis zur Infrastruktursicherheit. Jetzt ist es unsere gemeinsame Aufgabe, sie konsequent einzusetzen«, so Henke.
Am späten Vormittag und am Nachmittag folgten zwei Panel-Discussions: In der Diskussionsrunde »Sicherheit durch Innovation« trafen sich Markus Bangen (Duisburger Hafen), Andre Kranke (DACHSER), Petra Schlör (SSI SCHÄFER) und Markus Sandbrink (Rhenus Group IT Services). Über neue Märkte für die Logistik diskutierten Theresa Gröninger (cellumation / Bremische Bürgerschaft), Michael Quaden (FIEGE Logistik) und Sascha Hähnke (REMONDIS Sustainable Services).
Anschließend pitchten mehrere Start-ups um den »Digital Logistics Award«. Seit 2017 ist die Verleihung Bestandteil des Zukunftskongresses Logistik und zeichnet digitale Logistiklösungen aus.
Am zweiten Kongresstag, 9. September, setzen sich die Teilnehmenden mit Forschungsthemen auseinander. Mehrere parallele halbtägige Sequenzen greifen unterschiedliche Fragestellungen auf: Space Logistics, Baulogistik, Defence, die EU-Verpackungsverordnung PPWR, KI-basierte Robotik, Dekarbonisierung und IT stehen im Mittelpunkt. Eine Sequenz befasst sich mit dem Themenblock »Verlässliche IT in einer vernetzten Welt«. Damit wird erstmals das Teilnehmertreffen der warehouse-logistics-Community in den Zukunftskongress integriert.
Hintergrundinformationen zum Kongress:
Seit mehr als 40 Jahren bietet der »Zukunftskongress Logistik – Dortmunder Gespräche« einen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Der Kongress wird vom Fraunhofer IML und dem Digital Hub Logistics ausgerichtet. Der Kongress bringt Entwicklungen aus Gesellschaft, Forschung und Praxis zusammen und ermöglicht den Austausch zwischen Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen.




