EHI-Studie analysiert den Stand von Automatisierung, Robotik und Künstlicher Intelligenz in der Handelslogistik
Automatisierung, robotische Systeme und Künstliche Intelligenz gewinnen in der Handelslogistik an Bedeutung. Die EHI-Studie „KI und Automatisierung in der Handelslogistik 2026“ zeigt, dass Automatisierung in vielen Logistikbereichen verbreitet ist, während Robotik und KI häufig noch ausgebaut werden. Hohe Investitionskosten, Integrationsaufwände und organisatorische Herausforderungen beeinflussen die technologische Entwicklung weiterhin.
Automatisierung als strategischer Hebel
Die befragten Unternehmen bewerten den Automatisierungsgrad ihrer logistischen Prozesse durchschnittlich mit 5,3 von 10 Punkten. 66,7 Prozent der Unternehmen setzen automatische Lagersysteme ein. Die Umsetzung bleibt jedoch anspruchsvoll: 69,4 Prozent der Befragten nennen hohe Investitionskosten als größte Herausforderung bei Automatisierungsprojekten.

„Automatisierung ist vom Optimierungsprojekt zur strategischen Notwendigkeit geworden. Dennoch klafft in vielen Unternehmen eine Lücke zwischen Ambition und Umsetzung – nicht zuletzt, weil wirtschaftliche und technische Voraussetzungen noch immer den Ausschlag geben“, erklärt Niklas Stanislawski, Projektleiter im EHI-Forschungsbereich Logistik und Studienautor.
Robotik bleibt Zukunftsthema
Robotische Systeme sind in der Handelslogistik bislang weniger verbreitet als klassische Automatisierungslösungen. Die durchschnittliche Nutzung von robotischen Systemen liegt bei 2,8 Punkten auf einer Skala von 1 bis 10. Dort, wo Robotik genutzt wird, konzentriert sich der Einsatz auf Lagerung (34,3 Prozent), Kommissionierung (31,4 Prozent) und innerbetriebliche Transportprozesse (25,7 Prozent). 41,7 Prozent der Unternehmen sehen Robotik als Ergänzung oder Bestandteil ihrer langfristigen Logistikstrategie.
KI in der operativen Anwendung
Auch Künstliche Intelligenz gewinnt in der Handelslogistik an Bedeutung. Der aktuelle KI-Einsatz wird von den Unternehmen durchschnittlich mit 2,6 von 10 Punkten bewertet. KI wird vor allem für Nachfrage- und Absatzprognosen genutzt (47,2 Prozent). 61,1 Prozent der Unternehmen sehen die Integration in bestehende Systeme und Prozesse als größte Herausforderung beim Einsatz von KI. Die Ergebnisse zeigen, dass KI zunehmend operativ genutzt wird, die organisatorische und technische Einbindung jedoch weiterhin Herausforderungen mit sich bringt.

„Die technologische Entwicklung verläuft derzeit schneller als die organisatorische Anpassung vieler Unternehmen. Entscheidend wird sein, Technologien, Daten und Mitarbeitende wirksam miteinander zu verbinden“, ordnet Dr. Tobias Röding die Ergebnisse ein.
Daten: 36 Handelsunternehmen haben sich an der Online-Befragung beteiligt. Von ihnen erwirtschaftete der Großteil mindestens 1 Mrd. Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2025. Die Befragung wurde online, im Zeitraum von 24. März bis 15. Mai erhoben.




