Aus mehr als 116 eingegangenen Bewerbungen wählte die unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten drei Neuentwicklungen aus. Die ausgezeichneten Produkte fokussieren Robotik, Automatisierung und Rationalisierung. Der Preis wurde am Vormittag des ersten Messetages im Rahmen der Messeeröffnung in der LogiMAT Arena Atrium Eingang Ost an Unternehmensvertreter übergeben. Die Laudatio hielt Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner, Ordinarius des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik der Technischen Universität München.
In der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ wurde der EPG AURA Observer von der Ehrhardt Partner Group zur KI-gestützten Echtzeit-Analyse von Videodaten ausgezeichnet.
Mit EPG AURA hat die Ehrhardt Partner Group (EPG) zusammen mit NVIDIA eine KI-basierte Umgebung entwickelt, die operative Logistikprozesse systemübergreifend analysiert und erweitert. Der EPG AURA Observer ist ein Produkt innerhalb dieser Umgebung und ermöglicht die KI-gestützte Echtzeit-Analyse von Videodaten (Intelligent Video Analytics, IVA) aus dem Lager zur Verbesserung von Sicherheit, Transparenz und Steuerung.
In Kombination aus kamerabasierter Videoanalyse und semantischem Verständnis durch KI-gestützte Vision-Language-Modelle werden Videodaten als operative Datenquelle genutzt und Bildinformationen ohne Speicherung in Echtzeit interpretiert. Der AURA Observer erkennt Bewegungen und bewertet deren Bedeutung im jeweiligen Kontext. Er unterscheidet zwischen regulären Betriebsabläufen und Abweichungen. Die zu überwachenden Ereignisse sind definierbar und können über einen virtuellen Assistenten angepasst werden. Die Analyse erfolgt ereignisorientiert. Personen werden anonymisiert verarbeitet. Gespeichert werden Ereignisse und Statusinformationen, nicht jedoch das visuelle Ausgangsmaterial. Damit erfüllt der AURA Observer Anforderungen an den Datenschutz.
In der Kategorie „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“ entschied die Jury sich für den SkyBot, einen mobilen, omnidirektionalen Decken-Cobot der CeiliX Technology GmbH.
Mit dem SkyBot prämierte die Jury die Entwicklung eines mobilen, omnidirektionalen Decken-Cobots. Die patentierte Technologie ermöglicht eine Bewegung von Robotern, Cobots und Kranen an der Decke – unabhängig von Raumgeometrie, Bodenlayout oder Säulen. Mit dem SkyBot wird die Hallendecke als Bewegungsebene genutzt. Dies ermöglicht Automatisierung auf begrenztem Raum, hält den Boden frei und schafft zusätzliche Flexibilität für Produktions- und Logistikprozesse.
Der Cobot bewegt sich entlang der Decke und kann flexibel Montage-, Handling- und Transportaufgaben übernehmen. Grundlage des Systems ist das modulare Deckenschienennetz „CeiliXElements“, das an der Hallendecke montiert wird und dem Roboter freie, mehrdimensionale Bewegung ermöglicht. Auf diese Weise arbeitet der SkyBot unabhängig von Verkehrswegen, Maschinenlayouts und Flächenrestriktionen. Auch mehrgeschossige Strukturen oder mehrere Hallen können in ein durchgehendes Deckenlayout integriert werden. Mehrere SkyBots können parallel eingesetzt werden, sich gegenseitig überholen oder verschiedene Aufgaben gleichzeitig übernehmen. Dadurch kann das System an unterschiedliche Auslastungen angepasst werden und eine schrittweise Automatisierung unterstützen.
In der Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung“ wurde der norwegische Sensor-Hersteller Sonair AS für die Entwicklung des ADAR-Sensors (Acoustic Detection and Ranging) prämiert.
Der patentierte Acoustic Detection and Ranging (ADAR)-Technologie unterstützt die Wahrnehmung autonomer Maschinen. Mit 3D-Ultraschallsensoren ermöglicht sie autonomen Robotern eine omnidirektionale Tiefenwahrnehmung und damit die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Die Technologie kombiniert Ultraschallumwandler, softwarebasiertes Beamforming und Objekterkennungsalgorithmen zur Erfassung von 3D-Rauminformationen durch Aussenden und Empfangen von Schall. Als Alternative zur LiDAR-Technologie nutzt ADAR Schallwellen in der Luft, um Menschen und Objekte mit geringem Energie- und Rechenaufwand in 3D zu erkennen. Durch eine 180° × 180°-3D-Wahrnehmung können mobile Roboter Hindernisse und Personen in unterschiedlichen Höhen erkennen. ADAR ist als Einzelsensorlösung ausgelegt und kann den Bedarf an komplexeren Sensorsystemen wie LiDAR und Kameras reduzieren. Das System weist einen geringen Energieverbrauch auf und basiert auf einem Solid-State-Design.




