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Vermietungsmarkt für Lagerflächen auf Normalniveau: Chinesische Unternehmen sichern sich im ersten Halbjahr 126.000 m² im Ruhrgebiet

Die Nachfrage nach Lager- und Logistikflächen hat im ersten Halbjahr 2026 zugenommen. Der Vermietungsmarkt verzeichnete bei Eigennutzern und Vermietungen einen Flächenumsatz von rund 3,35 Millionen m². Das Ergebnis lag 16 Prozent über dem Vorjahreswert von 2,90 Millionen m² und geringfügig unter den vergleichbaren Fünf- und Zehnjahresdurchschnitten (drei beziehungsweise ein Prozent).

Die Anzahl der Abschlüsse entsprach im Jahresvergleich mit 341 Verträgen dem Niveau des Vorjahres. Den Mittelwert der vergangenen fünf Jahre von 375 Verträgen unterbot das Halbjahr jedoch um neun Prozent“, zieht Sebastian Bögel, Head of Industrial & Logistics Agency JLL Germany, Bilanz.

Während der Umsatz durch Vermietungen gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent zulegte, ging der Anteil der Eigennutzer am Gesamtumsatz um 25 Prozent zurück. Mit rund 593.000 m² trugen sie 18 Prozent zum Ergebnis des ersten Halbjahres bei.

Unterschiedliche Umsatzentwicklung in den fünf Metropolen

Die fünf Ballungsräume Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München setzten in den ersten sechs Monaten rund 868.200 m² um und lagen damit zwei Prozent über dem Vorjahresergebnis. Den Fünfjahresdurchschnitt verfehlten sie jedoch um elf Prozent.

Die Region Frankfurt erzielte mit 244.300 m² den höchsten Flächenumsatz und lag sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Es folgen Hamburg mit 192.600 m² (minus 18 Prozent), Düsseldorf mit 179.300 m² (plus 57 Prozent), Berlin mit 163.000 m² (minus 26 Prozent) und München mit 89.000 m² (plus 67 Prozent).

Die höchste Flächennachfrage entfiel auf Unternehmen aus Transport, Verkehr und Lagerhaltung mit 357.400 m². Das entspricht 41 Prozent des Gesamtumsatzes und einem Anstieg von rund 35 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Handelsunternehmen erreichten 156.800 m² (minus 36 Prozent), Industrieunternehmen 223.000 m² (minus 16 Prozent).

Größte Abschlüsse in Hamburg, Berlin und Frankfurt

Die beiden größten Anmietungen wurden bereits im ersten Quartal registriert: Ein Onlinehändler mietete mehr als 50.000 m² in Hamburg-Allermöhe, der chinesische Logistikdienstleister JD Logistics rund 40.000 m² in Ludwigsfelde bei Berlin. Im zweiten Quartal folgte als drittgrößter Abschluss die Anmietung von rund 32.000 m² durch die Siemens AG in Offenbach (Region Frankfurt).

Von Januar bis Juni wurden in den fünf Metropolen rund 187.000 m² neue Lagerflächen fertiggestellt. Das sind knapp 35 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 und 49 Prozent weniger als im Fünfjahresdurchschnitt. Zum Fertigstellungszeitpunkt waren rund 63.000 m² beziehungsweise 34 Prozent der Flächen noch verfügbar, 48 Prozent waren vermietet und die übrigen Flächen wurden von Eigennutzern genutzt.

Diese geringe Verfügbarkeit verschärft die ohnehin angespannte Situation: In vielen Top-fünf-Regionen herrscht ein Mangel an modernen, kurzfristig verfügbaren Flächen“, sagt Bögel.

Zur Jahresmitte befanden sich rund 665.000 m² im Bau, 56 Prozent dieser Flächen waren noch unvermietet. Die höchste Bautätigkeit verzeichnete die Region Berlin mit rund 278.000 m². In der Region Frankfurt waren rund 60.000 m² im Bau.

Spitzenmieten in den fünf Metropolen stabil

Im zweiten Quartal blieben die Spitzenmieten für Lagerflächen ab 5.000 m² in allen fünf Hauptregionen unverändert, nachdem München und Frankfurt im ersten Quartal noch leichte Anstiege verzeichnet hatten. München lag mit 11,00 Euro/m² an der Spitze, gefolgt von Berlin mit 10,50 Euro/m² und Düsseldorf mit 9,00 Euro/m². In Hamburg und Frankfurt wurden jeweils 8,50 Euro/m² erzielt.

Außerhalb der fünf Metropolen legen Logistikunternehmen zu

Außerhalb der fünf Ballungsräume wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 2,49 Millionen m² umgesetzt. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rund 22 Prozent des Flächenumsatzes entfielen auf Eigennutzer.

Unternehmen aus Transport, Verkehr und Lagerhaltung steigerten ihren Flächenumsatz gegenüber dem Vorjahr um 370.600 m² auf 1,19 Millionen m². Damit entfielen rund 48 Prozent des Gesamtumsatzes auf diesen Sektor. Zu den größten Anmietungen zählen jeweils rund 90.000 m² von Ceva Logistics in Frankfurt (Oder) und Lich bei Gießen, knapp 69.000 m² von Maersk Logistik in Herleshausen sowie rund 67.000 m² von ID Logistics in Alsdorf bei Aachen.

Handelsunternehmen steigerten ihren Flächenumsatz um 48 Prozent auf 575.000 m² und erreichten damit einen Anteil von 23 Prozent am Gesamtumsatz. Die Nachfrage von Industrieunternehmen ging um 23 Prozent auf 522.000 m² zurück.

Chinesische Nutzer dominieren den Flächenumsatz im Ruhrgebiet

Mit rund 303.400 m² und einem Zuwachs von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr lag das Ruhrgebiet unter den Regionen außerhalb der fünf Metropolen an der Spitze. Chinesische Unternehmen setzten dort in den ersten sechs Monaten rund 126.000 m² um. Das entspricht rund 42 Prozent des Flächenumsatzes im Ruhrgebiet.

Zuwächse gegenüber dem Vorjahr verzeichneten auch die Regionen Hannover/Braunschweig mit 233.400 m² und Köln mit 141.600 m². Beide Regionen übertrafen ihre Vorjahresergebnisse um mehr als das Vierfache.

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