Die Initiative Logistikimmobilien (Logix) lässt in einer zweiteiligen Studie die Potenziale von Multi-Level-Logistik- und Gewerbeimmobilien in Deutschland und Europa, aktuelle Hemmnisse sowie mögliche Lösungsansätze untersuchen. Die wissenschaftliche Leitung der Studie liegt bei Dr.-Ing. Roland Busch von der Bergischen Universität Wuppertal. Die erste Studie mit dem Titel „Multi-Level-Logistik. Flächeneffiziente Logistiklösungen im urbanen Raum“ soll im Oktober 2026 zur Immobilienmesse Expo Real erscheinen, die zweite voraussichtlich im Herbst 2028.
Erste Umfrage zeigt Relevanz und Hemmnisse
Die erste Publikation umfasst eine Aufbereitung des aktuellen Diskussionsstandes sowie die Ergebnisse mehrerer Erhebungen mit Expertinnen und Experten. Eine erste Online-Umfrage mit mehr als 100 Teilnehmenden aus den Bereichen Projektentwicklung, Bau, Fachplanung, Nutzung und Investment ist bereits abgeschlossen.
Nach Angaben der Initiatoren bestätigen die Ergebnisse die Relevanz des Themas: Mehr als 80 Prozent der Befragten haben sich bereits mit Multi-Level-Logistik-Konzepten beschäftigt. Nach Einschätzung der Teilnehmenden könnten bis 2035 mehr als 100 entsprechende Projekte in Deutschland realisiert werden. Als Einflussfaktoren werden Flächenknappheit, hohe Grundstückspreise, der Bedarf an Last-Mile-Standorten sowie die Bedeutung nachhaltiger Bauweisen genannt. Nachfrage wird insbesondere aus den Bereichen E-Commerce, Kontraktlogistik, Pharmalogistik, (Fach-)Großhandel sowie Produktion und Handwerk erwartet.
Während Projektentwickler und Bauunternehmen Multi-Level-Projekten nach Einschätzung der Befragten überwiegend positiv gegenüberstehen, werden die Haltungen von Bauaufsichtsbehörden, Investoren und Finanzierern eher skeptisch bewertet. Als wesentliche Hemmnisse nennen die Befragten hohe Kosten, eine geringe Rentabilität, Unsicherheiten hinsichtlich der Drittverwendbarkeit, fehlende Erfahrungen bei der Umsetzung sowie Vorbehalte von Investoren und Nutzern.
„Multi-Level-Logistik bietet einige Potenziale, ist in Deutschland aber noch eine Ausnahmeerscheinung. Unsere ersten Ergebnisse zeigen, dass die Vorteile durchaus wahrgenommen werden, decken aber auch Vorbehalte auf. Insbesondere fehlt es bisher an einheitlichen Baustandards und klaren Richtlinien für Genehmigungsverfahren. Diese Hemmnisse analysieren wir weiter und erarbeiten in den kommenden Forschungsschritten Lösungswege, die bereits in die erste Studie einfließen und auf denen die zweite aufbaut„, so Dr.-Ing. Roland Busch, Lehrstuhl Ökonomie des Planens und Bauens der Bergischen Universität Wuppertal.
Detaillierte Analysen und Lösungsansätze
Der Bearbeitungszeitraum der zweiten Studie ist von Juni 2026 bis September 2028 angesetzt. Die Forschenden wollen unter anderem eine Typisierung für mehrgeschossige Logistikimmobilien erstellen, Multi-Level-Logistikimmobilien in Europa erfassen sowie Fallstudien zu Projekten und kommunalen Planungs- und Genehmigungsansätzen durchführen. Darüber hinaus sollen die Potenziale zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und die Auswirkungen auf den Verkehr untersucht werden.
„Vor dem Hintergrund der steigenden Grundstückspreise, des Flächenmangels für Logistik in Ballungsräumen und des Ziels der Bundesregierung, den Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 ha pro Tag zu senken, ist Multi-Level-Logistik ein hochspannendes und praxisrelevantes Forschungsfeld. Mit den kommenden Logix Studien zu diesem Thema analysieren wir den Ist-Zustand, zeigen Potenziale auf und prüfen Wege, wie diese konkret realisiert werden können„, so Dr. Malte-Maria Münchow, Sprecher und Vorstand der Initiative Logistikimmobilien sowie Head of Logistics Strategy bei Deka Immobilien Investment.




