- „Statt einer Inselbetrachtung braucht es ein ganzheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Verkehrskonzept“

An seinen Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau schlug bayernhafen im vergangenen Jahr 8,37 Mio. Tonnen Güter per Schiff und Bahn um (+ 2,5 % im Vergleich zu 2024). Die Bedeutung der bayernhafen-Standorte als regionale Jobmotoren bestätigt eine Erhebung: Die 400 ansässigen Unternehmen beschäftigen fast 16.000 Menschen. Durch die Entwicklung eines Logistik- und Industrieparks im Landkreis Deggendorf schafft bayernhafen zudem weitere Möglichkeiten für Ansiedlungen und Verkehrsverlagerung.
Rund 487.000 Lkw-Fahrten wurden 2025 durch die Verlagerung von Langstrecken-verkehren auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiff und Bahn eingespart. Der Schiffsgüterumschlag betrug im vergangenen Jahr 2,19 Mio. t und damit 6 % mehr als 2024. Der Bahngüterumschlag betrug 6,19 Mio. t, das sind 1,4 % mehr als im Vorjahr.
Der Kombinierte Verkehr (KV) lag mit 478.680 TEU (1 TEU entspricht einem 20-Fuß-Standardcontainer) leicht über dem Vorjahresniveau (+ 1 %). Neben Containern im Seehafenhinterlandverkehr wurden auch Wechselbrücken und Sattelauflieger im kontinentalen Verkehr umgeschlagen.
Durch die Erweiterung des trimodalen KV-Terminals im bayernhafen Nürnberg wird der Kombinierte Verkehr nochmal deutlich gestärkt. Bei laufendem Betrieb wurde Anfang 2026 mit dem Aufbau drei neuer leistungsfähigerer Krananlagen im Modul 1 begonnen. Die Kranleistung in dem von der TriCon Container-Terminal Nürnberg GmbH betriebenen KV-Terminal erhöht sich um rund 20 %. Das Projekt wird gefördert vom Bundesverkehrsministerium.
bayernhafen erweitert Präsenz

Im Oktober hat bayernhafen ein 52 Hektar großes Areal einer ehemaligen Papierfabrik im Landkreis Deggendorf erworben, um einen neuen Logistik- und Industriepark zu entwickeln. Der ‚bayernhafen InfraPark Plattling Stephansposching‘, der erste Standort ohne Anbindung an die Wasserstraße, ist eine logische Erweiterung: „Seit bayernhafen vor 100 Jahren gegründet wurde, war der Bahnverkehr immer wichtig. Der neue Standort ist durch den Gleisanschluss und die Verladeinfrastruktur ideal geeignet, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen“, sagt bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann.
Lokalen, überregionalen sowie internationalen Kunden und Partnern aus Industrie, Kreislaufwirtschaft, Transport und Logistik bietet bayernhafen am neuen Standort sowohl die Möglichkeit zur Verkehrsverlagerung als auch zur Ansiedlung. Durch die Konversion des Areals werden großflächige Ansiedlungsmöglichkeiten ohne zusätzlichen Flächenverbrauch geschaffen. Außerdem verfügt der Standort über eine hohe Leistung für verschiedene Energieformen.
Jobmotor und Standortfaktor
2025 feierte bayernhafen das 100-jährige Jubiläum. Eine Erhebung zeigt die positive Beschäftigungsentwicklung an den bayernhafen-Standorten. Dort sind rund 400 Unternehmen ansässig, die gemeinsam fast 16.000 Menschen beschäftigen. Das ist ein Zuwachs von 22,7 % seit der Erhebung im Jahr 2016 und unterstreicht die Bedeutung als regionale Jobmotoren.
Dass sie auch ein wichtiger Faktor für die Standortsicherung für den Maschinen- und Anlagenbau sind, belegen diese zwei Beispiele. So nutzt Siemens Energy für die im Nürnberger Werk hergestellten Trafos den bayernhafen Nürnberg für die Verladung ins Schiff. Für Linde Engineering und die im Werk Tacherting produzierten großen Anlagen ist der bayernhafen Passau das Tor zur Welt.
Investitionen und Ausblick
Die Ende 2025 erfolgte Einstellung der Trailer-Zugverkehre, die fast zwei Jahre zwischen Regensburg und Ungarn erfolgreich liefen, wird sich in den nächsten Verkehrszahlen bemerkbar machen. „Um die großen Trailer-Volumen im kontinentalen Verkehr nachhaltig auf die Schiene zu bekommen, wünschen wir uns auch von Verladerseite einen längeren Atem“, sagt bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann, „der Container im Seehafen-Hinterlandverkehr zeigt, wie das langfristig gelingt. Infrastruktur und Kapazität dafür sind in den bayernhafen-Standorten vorhanden“. Nach Abschluss der in diesem Jahr erfolgenden Generalsanierungen der Bahnstrecken Regensburg-Nürnberg bzw. -Passau wird mit einem zuverlässigen und leistungsfähigen Schienennetz gerechnet. Während der Bauarbeiten erwarten bayernhafen und die Hafenkunden erhebliche Auswirkungen durch Vollsperrungen und Umleiterstrecken.
„Aus den Fehlern der Vergangenheit sollte unbedingt gelernt werden. Damit es nicht auch bei den Wasserstraßen als klimafreundlicher Verkehrsträger zu einem nicht zu bewältigenden Sanierungsstau kommt, ist eine vernünftige, vorausschauende Finanzierung dieser erforderlich. Statt einer Inselbetrachtung braucht es ein ganzheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Verkehrskonzept“, sagt bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann, der auch Präsident des Bundesverbands Öffentlicher Binnenhäfen e.V. ist, „Häfen gewährleisten mit ihrer Schnittstellen-funktion eine effiziente Verknüpfung von Schiff, Bahn und Lkw und ermöglichen so nachhaltige Logistikketten. Voraussetzung ist eine funktionierende Infrastruktur im Verkehrsnetz.“ Den eigenen Investitionskurs in die Hafeninfrastruktur und Logistikflächen für Unternehmen plant bayernhafen 2026 mit einem Volumen von 57 Mio. Euro fortzusetzen, dazu gehören auch mehrere Jahre laufende Projekte.
In Passau lädt bayernhafen am 13. September 2026 zu einem großen Hafenfest ein. Gemeinsam mit Hafenkunden und Partnern will bayernhafen interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die vielfältige und spannende Welt der Logistik ermöglichen.
Quelle und Bildquelle: Bayernhafen GmbH & Co. KG



