- Resilienz schlägt Effizienz: Vertrauen, Technologie und geopolitisches Bewusstsein sichern die globalen Lieferketten der Zukunft.
- Auszeichnung europäischer Logistikprojekte: Dachser SE gewinnt mit Fraunhofer IML den europäischen Logistikpreis 2025.
- Neues internationales Veranstaltungsformat: Führende Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten die Entwicklung transatlantischer Lieferketten mit Fokus auf die Automobilbranche.

Der VNL war Gastgeber der ersten ELA Global Supply Chain Excellence 2026 und setzte damit ein starkes internationales Zeichen: Am 19. Februar 2026 versammelten sich im Palais Niederösterreich führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, um gemeinsam die Zukunft globaler Lieferketten zu gestalten. Diese hochkarätige Veranstaltung vom VNL (Verein Netzwerk Logistik) gemeinsam mit der ELA (European Logistics Association) und dem Lieferketteninstitut ASCII organisiert, wird ab nun jährlich in Wien stattfinden.
Bei der ELA Global Supply Chain Excellence Konferenz stand die tiefgreifende Transformation globaler Lieferketten im Fokus. Führende Vertreter:innen aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik analysierten die wachsenden Risiken, strukturellen Schwächen und strategischen Chancen internationaler Wertschöpfungsnetzwerke – und formulierten klare Handlungsaufträge für Unternehmen und politische Entscheidungsträger:innen. Unter dem Leitthema „Bridging the Continents. Powering Global Supply Chains“ vereinte das neue internationale Leuchtturmformat zwei zentrale Programmpunkte an einem Tag: den TransAtlantic Automotive Supply Chain Summit sowie die ELA Awards Ceremony, bei dem die besten europäischen Logistik-Projekte des letzten Jahres in einem feierlichen Rahmen ausgezeichnet wurden. Die Veranstaltung bot eine einzigartige Plattform für hochrangigen Austausch über transatlantische Handelsbeziehungen, geopolitische Entwicklungen, Resilienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Transformation der Automobilindustrie.
Zu den internationalen Top-Speakern zählten unter anderem Hans Dieter Pötsch (Aufsichtsratsvorsitzender, Volkswagen AG), Hildegard Müller (Präsidentin, Verband der Automobilindustrie), Gabriel Felbermayr (Direktor, WIFO), Markus Mau (Präsident, ELA), Herbert Cordt (Vorstandsvorsitzender, RHI Magnesita), Julia Friedlander (Geschäftsführerin, Atlantik Brücke), Nick Vyas (Direktor, USC Marshall Center GSCI), Kristina Garbe (Global Key Client Director – Automotive, Maersk Deutschland), Franz Staberhofer (Obmann, VNL und Vorstandsmitglied, ELA), Christian Bahoo (Globaler Leiter für internationale und multilaterale Angelegenheiten, BMW Group) und Seena Amidi (geschäftsführender Gesellschafter, Plug and Play Tech Center).
Ein besonderer Höhepunkt war die Preisverleihung des europäischen Logistikpreises – den ELA Awards, bei der herausragende europäische Logistikprojekte ausgezeichnet wurden. Sechs Finalisten standen bei den ELA-Awards zur Auswahl. Die internationale Jury wählte das Gemeinschaftsprojekt von Dachser SE und Fraunhofer IML zum Preisträger 2025. Die Entwicklung eines Echtzeitabbilds aller Sendungen, Assets und Prozesse innerhalb eines Umschlagterminals schaffte es auf Platz eins. Das Projekt führt zu täglichen, signifikanten Prozessverbesserungen an Stückgut-Cross-Dock-Standorten in ganz Europa.
Markus Mau (ELA-Präsident): „Die ELA Global Supply Chain Excellence hat mit ihrer Premiere in Wien eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welche Kraft im internationalen Dialog und in der gemeinsamen Gestaltung globaler Wertschöpfungsketten liegt. Für die ELA ist dieses Format von zentraler strategischer Bedeutung, weil es Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf höchstem Niveau zusammenführt und nachhaltige Impulse für die Zukunft der Logistik setzt. Dank des überwältigenden Erfolgs wird diese Veranstaltung ab sofort jährlich in Wien stattfinden. Wien wird so zum Zentrum des Austauschs europäischer Logistik-Excellenz und zur Inspiration für die Supply-Chain-Community durch inhaltliche Tiefe und greifbare Ergebnisse.“
Franz Staberhofer (VNL-Obmann und ELA-Vorstandsmitglied): „Eine Veranstaltung dieser internationalen Bedeutung im Herzen Europas zu verankern, ist ein starkes Signal – sowohl für den Standort Wien als auch für den Logistik- und Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt. Für den VNL und das ASCII ist dieses Format von zentraler strategischer Bedeutung, da es internationale Spitzenexpertise, wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerische Praxis auf einzigartige Weise verbindet. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Transformation und tiefgreifender Umbrüche in globalen Lieferketten ist die enge Zusammenarbeit und das offene, gemeinsame Diskutieren entscheidend. Nur durch den kontinuierlichen Austausch unterschiedlicher Perspektiven können tragfähige, zukunftsfähige Lösungen entstehen. Die jährliche Durchführung dieser Veranstaltung in Wien schafft dafür eine langfristige Plattform mit internationaler Strahlkraft.“
Resümee: Die Zukunft globaler Lieferketten liegt in strategischer Resilienz statt reiner Effizienz – getragen von Vertrauen, technologischer Exzellenz, transparenter Datennutzung, internationaler Kooperation und geopolitischem Bewusstsein. Nur so lassen sich Wettbewerbsfähigkeit, Stabilität und nachhaltiges Wachstum langfristig sichern.
In seiner Keynote zeigte Hans Dieter Pötsch (Aufsichtsratsvorsitzender, Volkswagen AG), dass globale Lieferketten heute deutlich fragiler sind als in der Vergangenheit. Geopolitische Konflikte, Handelskriege, regulatorische Eingriffe, Naturkatastrophen und technologische Abhängigkeiten führen im Schnitt alle 1,4 Jahre zu massiven Störungen mit teils erheblichen wirtschaftlichen Schäden. Der Einkauf entwickle sich daher vom operativen Bestellwesen hin zu einem zentralen strategischen Steuerungs- und Krisenmanagementinstrument. Volkswagen setzt auf tiefgreifende Transparenz über alle Wertschöpfungsstufen, strategische Partnerschaften entlang der gesamten Lieferkette, gezielte Rohstoffsicherung sowie Recycling- und Kreislaufwirtschaftskonzepte, um Resilienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit langfristig zu stärken.
Quelle: Verein Netzwerk Logistik Österreich
Bildquelle: Katharina Schiffl



