· Rhenus setzt einen Brennstoffzellen-Lkw von Daimler Truck im operativen Logistikalltag ein.
· Der einjährige Praxistest erfolgt im Tages- und Nachteinsatz.
· Umfangreiche Laufleistung ermöglicht praxisnahe Betriebserfahrungen unter realen Bedingungen.

Die Rhenus Gruppe setzt erstmals einen Brennstoffzellen-Lkw von Daimler Truck im regulären Logistikbetrieb ein. Mit dem Einsatz beteiligt sich Rhenus gemeinsam mit vier weiteren Unternehmen an der zweiten Phase der kundennahen Praxiserprobung des Mercedes-Benz GenH2 Trucks. Der auf ein Jahr angelegte Test liefert belastbare Erkenntnisse für die Weiterentwicklung alternativer Antriebstechnologien und deren zukünftige Anwendung im Straßengüterverkehr.
Erprobung unter realen Einsatzbedingungen

Der Wasserstoff-Lkw ist am Standort Duisburg vollständig in die operativen Abläufe integriert und wird an fünf Tagen pro Woche tagsüber wie nachts im regulären Betrieb eingesetzt. Damit ist das Fahrzeug nahezu rund um die Uhr im realen Logistikbetrieb unterwegs. Die Touren umfassen regionale Fahrten mit rund 150 Kilometern sowie Langstreckeneinsätze mit Distanzen von bis zu rund 650 Kilometern. Damit bildet der Praxistest ein breites Spektrum an Transportanforderungen ab – vom klassischen Verteilerverkehr bis hin zu anspruchsvollen Fernstrecken.
Durch die hohe Auslastung und die unterschiedlichen Transportprofile erreicht das Fahrzeug eine außergewöhnlich hohe tägliche Laufleistung. Rhenus zählt damit zu den Partnern mit einer besonders umfangreichen Testpraxis. Der kontinuierliche Betrieb ermöglicht eine belastbare Bewertung der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Technologie unter realen Bedingungen.
Der Standort Duisburg wurde bewusst als Testfeld gewählt. Als zentraler Knotenpunkt im europäischen Logistiknetzwerk von Rhenus bietet er nicht nur ein hohes Transportaufkommen, sondern auch die notwendige Nähe zur bestehenden Wasserstoff-Tankinfrastruktur.
Alltagstauglichkeit im Fokus
Für Rhenus stehen beim Praxiseinsatz vor allem die operativen Erfahrungen im Alltag im Vordergrund – vom Betankungsprozess und dessen Handhabung über die technischen Besonderheiten der Wasserstofftechnologie bis hin zu Reichweite und Tankzeiten im Vergleich zum Diesel-Lkw.
Die gewonnenen Betriebserfahrungen werden in engem Austausch mit Daimler Truck systematisch ausgewertet. Die Erkenntnisse fließen sowohl in die strategische Bewertung alternativer Antriebstechnologien bei Rhenus als auch in die Weiterentwicklung der Fahrzeuge ein.
Technologie für den energieintensiven Fernverkehr
Der Mercedes-Benz GenH2 Truck ist speziell für den schweren Fernverkehr ausgelegt. Mit einem Gesamtgewicht von rund 40 Tonnen, einer Reichweite von über 1.000 Kilometern und der Nutzung von flüssigem Wasserstoff als Energieträger bietet das Fahrzeug eine leistungsfähige Alternative zu konventionellen Diesel-Lkw.
„Gerade im energieintensiven Schwerlast- und Langstreckenverkehr sehen wir in wasserstoffbetriebenen Lkw ein vielversprechendes Potenzial“, sagt Thilo Meutzner, Geschäftsführer von Rhenus Road Freight in Deutschland. „Der Praxiseinsatz hilft uns, realistisch zu bewerten, unter welchen Voraussetzungen diese Technologie künftig breiter eingesetzt werden kann. Bereits jetzt wird deutlich, dass für einen Markthochlauf insbesondere der Ausbau der Tank-Infrastruktur, die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und wettbewerbsfähige Kostenstrukturen entscheidend sind.“
Gemeinsamer Meilenstein auf dem Weg zur klimafreundlichen Logistik
Kooperationsprojekte dieser Art sind aus Sicht von Rhenus ein zentraler Hebel, um die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs wirksam voranzubringen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Fahrzeugherstellern und Logistikdienstleistern ermöglicht es, technologische Innovationen praxisnah weiterzuentwickeln und zugleich die Anforderungen des operativen Alltags frühzeitig zu berücksichtigen.
„Als international tätiger Logistikdienstleister verstehen wir uns nicht nur als Anwender, sondern als aktiver Partner in der Weiterentwicklung nachhaltiger Transportlösungen. Mit der schrittweisen Integration alternativer Antriebstechnologien arbeiten wir daran, Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette systematisch zu reduzieren. In Zusammenarbeit mit Daimler Truck leisten wir einen konkreten Beitrag dazu und sammeln Erfahrungen, die für die gesamte Branche relevant sind“, so Thilo Meutzner.
Quelle und Bildquelle: Rhenus SE & Co. KG



