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LogReal.DirektExpress - Das Online-Magazin für Logistics, Real Estate & E-Commerce, Ausgabe 04 Juli 2017

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Themen


Ein bisschen digital, aber deshalb schon "smart"?

Berlin-Brandenburg entwickelt sich zur E-Commerce-Metropolregion Nr. 1

Rhenus bezieht Neubau in Hückelhoven

NRW.Invest: Den Millenials auf der Spur

Fashion Studie: Ohne Rabatte geht es nicht

Smart Trolley: Der Einkaufwagen, der mitdenkt

Der Handel digitalisiert sich nur langsam

Digitalisierung im Postmarkt

Parcel-Kuriositäten

Pick-by-Vision in der Lebensmittellogistik

Der krönende Abschluss 


 

 

LOGISTIKIMMOBILIEN

Ein bisschen digital, aber deshalb schon „smart“?

- Darmstadt wird ab 2018 digitale Modellstadt
- Die Smart City ist in Deutschland noch Vision
- US-Städte nutzen erfolgreich Predictive Analytics

Wie smart sind unsere Städte? Glaubt man dem Digitalverband Bitkom, dann sind eine ganze Reihe deutscher  Kommunen auf dem Wandel zur „digitalen Stadt“ zumindest in den Startblöcken. Den Beweis sollte der mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund initiierte Wettbewerb „Digitale Stadt“ erbringen, der jetzt zu Ende ging und einen knappen Sieger hervorbrachte: Darmstadt. 

Die hessische Stadt setzte sich gegen Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg durch. Bewertet wurden Strategien und Konzepte der Bewerberstädte. Dabei ging es insbesondere um die jeweilige Vision einer digitalen Stadt, die Unterstützung vor Ort, professionelles Projektmanagement, nachhaltige Entwicklung und Kommunikationsstrategien. 

Mit der Unterstützung von mehr als 20 Partnerunternehmen wird der Sieger Darmstadt zu einer digitalen Modellstadt ausgebaut. Ab Anfang 2018 werden Bereiche wie der Verkehrssektor, die Energieversorgung, Schulen und das Gesundheitswesen mit neuesten digitalen Technologien ausgerüstet. Zudem sollen künftig die öffentliche Verwaltung innovative Online-Anwendungen und der Handel intelligente Lieferdienste anbieten können. Auch die Telekommunikationsnetze sollen ausgebaut und verbessert werden. 

Am Ausbau von Darmstadt zu einer digitalen Vorzeigestadt beteiligt sich ein breites Bündnis aus Digitalunternehmen. Das Projektmanagement wird bereits im Juli seine Arbeit aufnehmen. Die ersten Anwendungen folgen im kommenden Jahr. Die Investitionen sollen den Standort für weitere Unternehmen attraktiv machen und Folgeinvestitionen nach sich ziehen.



Urbanisierung: Wachsende Bevölkerungszahlen und Verkehrsströme sind Herausforderungen für moderne Metropolen (Foto: Fotolia)

Zu den wesentlichen Bausteinen einer „digitalen Stadt“ zählen typischerweise die Bereiche:

- Energie und Umwelt (z.B. der Einsatz digitaler Sensorik zur Messung und Steigerung der Luftqualität und eine intelligente Steuerung der öffentlichen Beleuchtung)

- Verwaltung (z.B. die Einrichtung eines digitales Bürgerkonto mit zahlreichen Funktionen, die Einführung rein digitaler Leihbibliotheken, ein zentrales Management für die Vergabe von Kita-Plätzen)

- Gesundheitswesen (z.B. Einrichtung von Videosprechstunden und schneller Übermittlungsmöglichkeiten von Rezepten an Apotheken, um vor dem Eintreffen des Patienten einen Beschaffungsvorsprung zu erhalten)

- Handel (z.B. durch die flächendeckende Einführung des mobilen bargeldlosen Zahlens und die Schaffung einer digitalen Einkaufstraße)

- Verkehr (z.B. die Echtzeitanalyse von Verkehrsströmen, Smart Parking, Car Pooling und eine bessere Vernetzung der Autofahrer untereinander).    

Auf diesen Feldern gibt es viel zu tun. Beispiel Verkehr: Zwar gibt es in vielen Städten halbwegs gut funktionierende Verkehrssteuerungs- und Park-Leit-Systeme, aber das ist bestenfalls ein Anfang, den man nicht wirklich „smart“ nennen kann. Und im Hinblick auf die durch den privaten Onlineshopper verursachten Lieferverkehre bleiben die Kommunen schlüssige Konzepte zur Konsolidierung der Warenströme (Stichwort Citylogistik) schuldig.
 
Hier Visionen,
dort Taten

Wie immer lohnt in technischen Fragen ein Blick über den großen Teich. Während man sich hierzulande noch in schönen Visionen ergeht, nimmt die Smart City in den USA vielerlei Gestalt an.

Beispiel New Orleans: Um Brandkatastrophen mit vielen Toten (wie kürzlich im Londoner Grenfell Tower) zu vermeiden, hat das lokale Fire Department zusammen mit der Zensusbehörde einen tiefen Blick in die Grundbuchdaten geworfen und die Daten derälteren  Häuser ohne Rauchmelder mit denen historischer Brandereignissen, bei denen Menschen starben, kombiniert. Herausgekommenn ist durch die predicitive analytics genannte Methode eine Fire Risk Map, mit deren Hilfe gezielt Rauchmelder in kritschen Straßenzügen und Häusern installiert wurden, um so gefährliche Entwicklungen sofort an die davon betroffen Bewohner übermitteln zu können. Diese Möglichkeit der Frühwarnung kann für die Betroffenen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.



So sieht die Fire Risk Map der Stadt New Orleans aus. Rot markiert sind die häufig von Brandereignissen betroffenen Blocks, Straßenzüge und Stadtviertel. Diese wurden mit Rauchmeldern und Frühwarnsystemen für die Anwohner ausgestattet. Foto: City of New Orleans
 
Beispiel Louisville (US-Bundesstaat Kenntucky): Hier wurden 1.000 unter Asthma leidende Bürger mit Inhaliergeräten ausgestattet, die mit hochempfindlichen Sensoren zur Messung der Luftqualität versehen waren. Mit Hilfe dieser Sensoren war es möglich, diejenigen Straßen und Stadtviertel herauszufinden, die am häufigsten Asthmaanfälle durch eine problematische Luftqualität verursachen und diese Ursachen konsequent zu bekämpfen. 

Letztes Beispiel: Los Angeles. Der dortigen Straßenreinigung steht ein effektives Tool zur Verfügung, mit dessen Hilfe der Reinigungszustsand der Straßen auf einen Blick erkennbar ist. Eingearbeitet in diese dirt map sind Handyfotos und –videos von Anwohnern, die jede außerordentliche Müllansammlung dokumentieren und an das Computerprogramm der Straßenreinigung übermitteln. Diese kann deshalb auch außerhalb der geplanten Reinigungstouren sofort aktiv werden. Die Karte mit dem Titel „State of the Streets“ ist online für jeden Einwohner abrufbar.



State of the Streets: Diese Karte zeigt, wie sauber oder schmutzig die Straßen in Los Angeles sind. Grün bedeutet sauber, gelb halbwegs sauber und rot schmutzig. Foto: Clean Streets L.A.   

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Serie „E-Commerce-Standorte mit Potenzial“ 


Logistikimmobilien sind keine grauen Kästen, sondern smarte Plätze für moderne Dienstleistungen und Wertschöpfung. Entscheidend ist, an welchem Standort der Onlinehandel seine Logistik betreibt. Wir stellen deshalb in lockerer Folge die derzeit wachstumsstärksten und chancenreichsten Standorte vor.
 
Teil 1: 
Berlin-Brandenburg entwickelt sich zur E-Commerce-Metropolregion Nr. 1

Das dynamische Wachstum der Logistik in der deutschen Hauptstadtregion hält auch im ersten Quartal 2017 an. Mit jährlichen Flächenumsätzen von 385.000 bis über 400.000 Quadratmetern haben sich Brandenburg und Berlin in der Spitzengruppe der deutschen und europäischen Logistikregionen etabliert. 

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in der Hauptstadtregion wird von Handelsunternehmen dominiert. Dieses Segment macht nach einer Erhebung von BNP Paribas Real Estate vom Dezember 2016 rund 46 Prozent aus, gefolgt von Logistikdienstleistern mit etwa einem Drittel der Flächennachfrage. Das starke Wachstum des E-Commerce Handels lässt einen weiteren Anstieg des Bedarfs an Logistikflächen im näheren Umland von Berlin erwarten. Die Scope Ratings AG geht in einer Studie vom März 2017 aufgrund des wachsenden Onlinehandels von einer Verdoppelung des Bedarfs an Logistikimmobilien aus.

„Zwar ist die Dominanz der Handelsunternehmen bei der Branchenverteilung in Berlin kein Novum“, heißt es in einem aktuellen Marktbericht der BNP Paribas Real Estate. „Ein Flächenumsatz von 95.000 m² im Startquartal 2017 und ein Anteil von gut 71 % jedoch schon“. Hierzu beigetragen haben nicht nur eine Vielzahl von Deals, sondern mit ASOS und dm auch die beiden größten Deals des Gesamtmarkts.

Ähnliche Zahlen stellte der Broker CBRE vor kurzem auf der „transport logistic“ in München vor. Rainer Koepke, CBRE Managing Director & Head of Industrial & Logistics Germany zählt Berlin mit den aktuellen Großdeals in Großbeeren (ASOS) und Wustermark (dm) zu den Top 5-Standorten in Deutschland. 

Der britische Online-Versandhandel ASOS, für den 43.000 m² in Großbeeren gebaut werden, ist ein gutes Beispiel für den großen Stellenwert von E-Commerce Unternehmen als wichtige Akteure auf dem Logistikmarkt in Berlin-Brandenburg. Auf dem zweiten Platz landen Industrieunternehmen mit 18 %, Logistikdienstleister verbuchen gut 7  % und sind damit noch leicht unterrepräsentiert.

Ausweichen in
das Umland

Logistikflächen im innerstadtischen Bereich von Berlin sind und bleiben ein rares Gut. Daran hat sich auch im Jahr 2017 nichts geändert. Es gibt wenige Ausnahmen. Bald wieder verfügbar ist beispielsweise eine 17.000 m² großen Last Mile-Logistikimmobilie mit 24 Stunden Nutzungsgenehmigung in Berlin-Marienfelde (im Süden der Stadt). Der Vermieter Exeter Property Group empfiehlt die Logistikimmobilie vor allem Nutzern aus den Bereichen Lebensmittellogistik, Fast Moving Consumer Goods und E-Commerce. Die gut an das ÖPNV-Netz angeschlossene Liegenschaft erlaubt Lkw-Nachtverkehre und einen Dreischichtbetrieb. Der derzeitige Nutzer verlässt die Immobilie zum Februar 2018. Nach Angaben von Exeter ist die Nachfrage nach dieser Bestandsfläche derzeit sehr hoch. 



Die Logistiklandschaft Berlin-Brandenburg (Grafik: BNP Paribas)

Abgesehen von derartigen Perlen bleibt vielen Nachfragern allerdings oft nur die Wahl zwischen einer Verlängerung des bestehenden Mietvertrags oder einer Standortverlagerung in das Umland. In der Berliner Peripherie stellt sich die Lage nämlich etwas anders dar. Dort wurden und werden Logistikflachen in größerem Umfang spekulativ errichtet. Zu nennen sind beispielsweise der Verdion Airpark in unmittelbarer Nahe des neuen Flughafens oder der erst kürzlich von der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung zur Bebauung freigegebene  Innovationsparks Potsdam auf dem 60 Hektar großen Friedrichsparkgelände an der A 10. 

Der Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan sieht in Potsdam ein Business & Smart Logistics Center für hochproduktive, verkehrsarme und mittelstandsfreundliche Immobilien vor. Diese sollen in Mieteinheiten zwischen 2.000 und 5.000 Quadratmeter aufgeteilt. Die kleinteiligen Mieteinheiten sollen mittels IT und gemeinsamer logistischer Infrakstruktur zu Industrie 4.0-fähige Zellen für kleine und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce, After Sales Logistics und Light Manufacturing verbunden werden.

Für alle Fragen rund um den Wachstumsmarkt Logistikimmobilien steht Ihnen unser Partnerunternemen LogReal.DieLogistikimmobilie gern zur Verfügung. 

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Rhenus bezieht Neubau im Industriepark Rurtal in Hückelhoven


- 40.000 m² werden von Logistikdienstleister angemietet
- Bis zu 120 Arbeitsplätze entstehen
- Zuversicht für weitere Vermietungen nach Jago-Insolvenz

Nach der angekündigten Insolvenz der Jago AG zeigt sich Panattoni Europe als derzeitiger Manager des Logistikzentrums im Industriepark Rurtal bei Hückelhoven zuversichtlich über die weitere Nutzung der Logistikimmobilie. Die Rhenus-Gruppe, ein weltweit operierender Logistikdienstleister mit einem Jahresumsatz von 4,8 Mrd. Euro und mehr als 28.000 Beschäftigten, hat nun einen Neubau mit 40.000 m² im Logistik Park angemietet. Rhenus wird die Flächen kurzfristig beziehen. In Hückelhoven wird Rhenus einen Standort für den Bereich Contract Logistics eröffnen und bis zu 120 Mitarbeitern eine berufliche Perspektive bieten.

Panattoni hatte das Logistikzentrum für Jago in den Jahren 2015 und 2016 entwickelt und zwischenzeitlich an einen institutionellen Investor veräußert. Die insgesamt mehr als 120.000 m² umfassende Anlage wurde von vornherein konzeptionell als sogenannte Multi-User-Anlage ausgelegt und ist in kleinere Abschnitte teilbar. Es werden bereits Gespräche mit weiteren Interessenten für die Vermietung geführt. Auf dieser Basis sind Panattoni als auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Hückelhoven überzeugt, dass das Logistikzentrum weiterhin die geplante erfolgreiche Entwicklung nehmen wird und vor Ort die Arbeitsplätze erhalten und ausgebaut werden können.



Fred-Markus Bohne, Managing Partner von Panattoni, erklärte: „Dieses moderne Logistikzentrum ist weiterhin für die Stadt und für den Investor ein gelungenes Projekt. Dass wir mit Rhenus einen renommierten weltweit agierenden Logistikdienstleister für das Logistikzentrum im Industriepark Rurtal gewinnen konnten, sagt auch etwas über die Qualität des Standorts aus." Bernd Jansen, Bürgermeister der Stadt Hückelhoven, kommentierte die Entwicklung: „Natürlich sind wir überrascht über die derzeitige Situation. Gleichzeitig freuen wir uns über den neuen Mieter und das große Interesse an unserer Region als Logistikstandort. Deshalb sind wir überzeugt, dass in der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Panattoni bald schon ein lebendiges Logistikzentrum mit vielen Arbeitsplätzen entsteht."


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NRW.Invest: Den Millennials auf der Spur

Im Rahmen des Dialog-Dinners der landeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordrhein-Westfalens, NRW.Invest, stellte der Unternehmensberater und Keynote-Speaker Thomas Knüwer den 40 geladenen Gästen aus der Immobilien- und Projektentwicklerbranche ein seltsames Lebewesen vor: den sogenannten „Millennial“.

Der Begriff umfasst die Generation der um die Jahrtausendwende Geborenen. Sie werden mit ihren Einstellungen und Verhaltenweisen unsere Wirtschaft verändern, referierte Thomas Knüwer. Es ist eine Generation, die sich souverän in den sozialen Netzwerken bewegt, die optimistisch und liberal ist, die gleichermaßen wirtschaftskritische und markenfreundliche Einstellungen miteinander vereinbart und durch ein großes Selbstbewusstsein – bis hin zur Selfie-Verliebtheit –, aber auch ständige Selbstzweifel die Wirtschaft als Konsument und Arbeitnehmer vor große Herausforderungen stellt.



Die Gäste des Dialog-Dinners am 20. Juni (Bild: NRW.Invest)

Das Dialog-Dinner fand bereits zum 7. Mal in der Landeshauptstadt Düsseldorf statt.  Im Mittelpunkt stehen die Intensivierung der Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen der Immobilienwirtschaft und NRW.Invest. Der regelmäßige Dialog hat in der Vergangenheit bereits zu gemeinsamen erfolgreichen Projekten in NRW geführt wie z.B. Amazon, Zalando und BMW. Die Veranstaltung ist mittlerweile gut in der Zielgruppe etabliert.


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E-COMMERCE

Fashion-Studie: Ohne Rabatte geht es nicht

- Saisonales Einkaufsverhalten ist Vergangenheit

- Rabatte lösen fast jeden zweiten Kauf aus
- Preisstrategie als wichtigstes Werkzeug im Wettbewerb


Eine unter 4.000 Konsumenten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA durchgeführte Studie von Blue Yonder, einem Anbieter von künstlicher Intelligenz im Handel, zeigt: Traditionelle Kaufzyklen spielen im schnelllebigen Modehandel keine Rolle mehr. Ein saisonales Einkaufsverhalten der Verbraucher gehört der Vergangenheit an. 

Deshalb sind auch Einkaufszyklen von Handelsunternehmen von bis zu acht Monaten im Voraus nicht mehr zeitgemäß. Händler stehen heute vielmehr vor der Herausforderung, ihre Preisstrategien in Einklang mit einer schwer planbaren Nachfrage sowie den Rabatterwartungen der Kunden zu bringen – und dabei ihre Margen abzusichern. Den Preiserwartungen der Kunden begegnet der Handel mit Rabatten oder niedrigen Einstiegspreisen. Dies geht zu Lasten ihrer Gewinnmarge.

Verstärkt wird dieser Effekt zudem, wenn am Ende der Saison hohe Restbestände mit übermäßigen Preisabschlägen abverkauft werden müssen. Die internationale Studie, bei der 4.000 Konsumenten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragt wurden, zeigt zwar, dass Rabatte weltweit ein wichtiger Treiber im Modehandel sind: 42 Prozent der Verbraucher warten mit einem Kauf gezielt auf das Saisonende und entsprechende Preisreduzierungen; nur 12 Prozent kaufen direkt bei Kollektionsstart.

Dabei ist die Rabatterwartung aber relativ gering: Mehr als die Hälfte der Konsumenten ist bereits mit 5 bis 15 Prozent Nachlass zufrieden. Handelsunternehmen müssen deshalb nach neuen Wegen suchen und ihren dualen Ansatz von Normalpreisen zu Beginn und hohen Preisnachlässen zum Abverkauf der Ware am Ende der Saison aufgeben. Die Grundlage dafür ist es, die Zahlungsbereitschaft und die Interessen sowie Bedürfnisse der Verbraucher besser zu verstehen. Der Einsatz von neuen Technologien wie Machine Learning kann ihnen dabei helfen. 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick: 

43 Prozent der weltweiten Kleidungskäufe werden durch Rabatte ausgelöst.

25 Prozent der Käufer weltweit kaufen Kleidung nie zum vollen Preis und warten gezielt auf Saisonverkäufe und Discounts.

Für 37 Prozent der Konsumenten ist ein Preisabschlag wichtiger als ein niedriger Einstiegspreis.

Die Rabatterwartung ist relativ gering: Mehr als die Hälfte der Konsumenten ist mit 5 bis 15 Prozent Nachlass zufrieden.

17 Prozent der Käufer in Deutschland kaufen Kleidung nie zum vollen Preis. Im weltweiten Vergleich sind es 25 Prozent.

Rund ein Drittel wartet gezielt auf Saisonabverkäufe, für 36 Prozent sind Sales-Aktionen die wichtigste Triebfeder für den Einkauf von Modeartikeln.

Ein Preisnachlass ist für die Käufer wichtiger als ein niedriger Einstiegspreis (36 Prozent gegenüber 31 Prozent).

In Frankreich sind Rabatte am wichtigsten: 51 Prozent der Franzosen geben an, sich beim Modekauf davon leiten zu lassen – gegenüber 43 Prozent im internationalen Vergleich.

Verbraucher werden weltweit von Preisnachlässen angelockt (Grafik: Blue Yonder)

Unabhängig vom Stellenwert von Rabatten für eine Kaufentscheidung lässt sich zudem feststellen, dass die Einkaufstrategie der Konsumenten immer ausgefeilter wird – bei abnehmender Marken- und Händlerloyalität. 42 Prozent der Käufer in Deutschland vergleichen online die Preise der Produkte, während sie im stationären Handel einkaufen. Mit einer falschen Preisgestaltung riskieren Händler also Umsatzverluste. 

Matt Hopkins, Vice President Retail Strategy Development bei Blue Yonder: „Die richtige Preisstrategie ist ein wichtiges Werkzeug für Händler im Wettbewerb mit dem Online-Handel, mit Branchenriesen und mit sprunghaftem Kundenverhalten. Es handelt sich dabei um einen komplexen Prozess, in den eine Vielzahl von externen Informationen und Daten einfließen müssen. Dazu gehören Lagerstandort, Produktverfügbarkeit, Sonderangebote und Wettbewerbssituation, die alle die Preiselastizität eines Produktes beeinflussen können.“ 

Technologie unterstützt Händler dabei, große Datenmengen auszuwerten und schnell auf dynamische Marktentwicklungen zu reagieren. Mit granularen Daten und Erkenntnissen kann künstliche Intelligenz ihnen dabei helfen, täglich die beste Preisentscheidung zu treffen und gleichzeitig das beste Kundenerlebnis zu bieten. Denn auch das zeigt die Studie: Die Nicht-Verfügbarkeit eines Produktes oder der richtigen Größe bei einer Rabattaktion birgt hohes Frustrationspotenzial bei den Kunden. Richtig eingesetzt, lassen sich Preisabschläge, Produktverfügbarkeit sowie Preisgestaltung genau mit den Geschäftszielen ausbalancieren. 


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Smart Trolley: Der Einkaufwagen, der mitdenkt


- Filialen smart steuern

- Informationen über das Kundenverhalen
- Shoppen mit digitalem Zettel


Die digitale Konsumrevolution erreicht die stationären Food- und Near-Food-Märkte. Um deren Wettbewerbsfähigkeit in der E-Commerce-Ära sichern können, hat der Ladenbauspezialist Wanzl das Shop-System „wanzl connect“ entwickelt. Es bietet Händlern und Kunden Module, die je nach Anforderungen miteinander kombiniert werden können.

Der Wanzl Store Manager ist die Schaltzentrale des Filialleiters, mit dem sich eine Filiale smart aussteuern und Abläufe optimieren lassen. Herzstück ist der Smart Trolley, der Einkaufswagen oder Handkorb, der als ständiger Begleiter des Kunden im Markt mit einem RFID-Tag ausgerüstet ist. Er liefert dem Händler wertvolle Informationen über die Kunden. So erfasst der Einkaufswagen oder Handkorb durchschnittliche Einkaufszeiten, Laufwege und Aufenthaltsdauer vor bestimmten Regalen. 

Das schafft Transparenz, ermöglicht mit Hilfe der Verbindung zum Kassensystem die Ermittlung der Conversion-Rate, heißt wurde die Ware eingekauft, optimiert die Produktplatzierung am Point of Sale und unterstützt die Personalplanung für den  Kundenservice. Stehen beispielsweise zu viele Kunden an der Kasse an, wird das vom System erkannt und zusätzliches Personal zur Kasse beordert. Gleichzeitig wird der Diebstahl von Waren oder des Wagens angezeigt. Zudem erhält der Filialleiter Informationen, ob ausreichend Einkaufswagen in der Parkbox bereit stehen.
 
Außerdem kann er Eingangsanlagen, Backstationen oder Drittsystemen wie Pfandstationen, Kühlmöbel etc. kontrollieren. Praktisch sind nicht zu Letzt die Wartungsempfehlungen zum Beispiel für die Einkaufswagen, damit diese den Kunden möglichst lange einwandfrei zur Verfügung stehen. 

Der Software-Baustein „Customer Connect“ kann in vorhandene Retail-Apps als White Label Lösung integriert werden. Hat der Kunde diese Apps auf sein Smart-Phone geladen, können vorab gespeicherte Einkaufslisten mit dem jeweiligen Shop vernetzt werden. Dabei muss der Kunde sich via App aktiv beim Betreten des Ladens mit diesem verbinden. 

Der digitale Einkaufszettel wird anschließend mit einer Indoor-Lokalisation abgeglichen und die App zeigt an, in welchen Regalen sich die gewünschten Produkte befinden. Als Kaufanreiz erhält der Kunde während des Einkaufs speziell auf seine Anforderungen zugeschnittene Angebote, personalisierte Coupons oder Werbefilme. In der Kassenzone stehen dem Kunden dann neue Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung.
 

Der Smart Trolley liefert wertvolle Informationen für jeden Filialleiter (Grafik: Wanzl)


Die Zukunftsvision lautet: Smartphone zücken und bezahlen, ohne Bargeld oder Karte. Eine Autorisierung der Transaktion erfolgt über NFC (Near Field Communication) oder per App in Verbindung mit PIN-/TAN-Eingaben oder gescannten QR-Codes. Gängige Zahlungsarten sind Lastschrifteinzug, Prepaid oder Paypal. Revolutionär ist die Bezahlmethode des „Private-Self-Checkout“, bei dem der Kunde mit Hilfe seines Smart-Phones die Ware scannt und den Bezahlvorgang durch die Generierung eines QR-Codes verifiziert. Dadurch erhält der Kunde die Bestätigung des erfolgreichen Bezahlens.

Zudem ermöglicht erst der QR-Code das Verlassen des Verkaufsraums, da dieser am ExitGate geprüft wird, bevor es sich öffnet. So hat der Händler die Gewissheit, dass die Rechnung beglichen wurde. Der zentrale Vorteil der Self-Checkout-Systeme für Kunden liegt in der Zeitersparnis. Zeitersparnis, da mehrfaches Umpacken der Ware entfällt, Wartezeiten an herkömmlichen Kassen können vermieden und Kassierprozesse beschleunigt werden. 

Bei allen Modulen hat die Datensicherheit oberste Priorität. Durch die Kooperation mit Microsoft Azure sorgen moderne Verschlüsselungstechnologien und die Beschränkung der Rechte von Microsoft auf Verwaltungsprozesse für den Schutz der Käuferdaten.   


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Der Handel digitalisiert sich nur langsam

- Zwei Drittel der Händler empfinden die Digitalisierung als Chance
- 77 Prozent sehen sich aber als digitale Nachzügler
- Jeder dritte stationäre Händler hat immer noch keine eigene Homepage 

Die Erwartungen der Kunden an die Händler haben sich mit der Digitalisierung deutlich gewandelt. Der Handel reagiert darauf nur zaghaft. So sehen sich 77 Prozent der Händler als Nachzügler in Sachen Digitalisierung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter mehr als 500 online und stationär tätigen Einzel- und Großhändlern, die der Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hat. So haben beispielsweise 11 Prozent der Händler immer noch keine eigene Homepage. Betrachtet man speziell den rein stationären Handel, ist es sogar rund jeder dritte Händler (36 Prozent), der noch keinen Internetauftritt besitzt.


 
„Ein viel zu großer Anteil hat die Online-Welt noch überhaupt nicht für sich entdeckt. Wer heute aber nicht digital ,handelt‘, verpasst schnell den Anschluss“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Der gute Name und eine lange Tradition reichten nicht mehr aus. „Dass auch vermeintlich erfolgreiche und etablierte Unternehmen ohne echte Digitalstrategie schnell ins Schlingern geraten können, dafür gibt es in Deutschland immer wieder Beispiele wie etwa Wöhrl und Quelle“. 

Diejenigen Händler, die neben ihrem stationären Ladengeschäft auch einen Online-Shop unterhalten, erzielen damit erhebliche Einnahmen. So sagt jeder Zweite (50 Prozent), dass er bis zu 30 Prozent des Umsatzes online macht, weitere 27 Prozent der Händler geben an, dass sie zwischen 30 und 50 Prozent ihres Gesamtumsatzes im Internet machen, bei gut jedem zehnten Händler (11 Prozent) ist es sogar mehr als die Hälfte. 

Bei den Investitionen sind die Händler gleichwohl zögerlich. Drei Viertel (76 Prozent) aller Befragten gaben 2016 weniger als zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes für die Digitalisierung aus. Nur 3 Prozent der Händler investierten mehr. 7 Prozent gaben an, gar nicht investiert zu haben. Auch bei ihren Planungen für das laufende Jahr wollen die Händler keine großen Sprünge machen: Mehr als die Hälfte (51 Prozent) investieren genauso viel wie im vergangenen Jahr, knapp jeder Fünfte (18 Prozent) sogar weniger. 28 Prozent geben an, mehr Geld für die Digitalisierung ihres Unternehmens ausgeben zu wollen.  

Fehlanzeige bei
disruptivenTechnologien

Beim Einsatz digitaler Anwendungen ist die klassische Bürosoftware inzwischen zwar Standard: Zwei Drittel der Händler (66 Prozent) verschicken ihre Rechnungen elektronisch, je 49 Prozent haben ein Warenwirtschaftssystem in Echtzeit und verfolgen Sendungen digital. Geht es aber um smartere Software wie Cloud Computing (36 Prozent) oder Big-Data-Analytics (22 Prozent) sieht es eher dürftig aus. Nur bei knapp jedem Dritten (31 Prozent) beziehungsweise jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) wird der Einsatz solcher Lösungen diskutiert oder ist geplant. Weitgehend unbekannt und dementsprechend selten diskutiert oder geplant wird der Einsatz disruptiver Technologien wie Drohnen (4 Prozent), Virtual Reality (4 Prozent), Roboter (9 Prozent) oder Künstliche Intelligenz (10 Prozent). „Allein mit Software zur Erstellung der Dienstpläne für die Mitarbeiter kann ein Händler künftig nicht mehr mithalten. Gerade im Handel ist Digitalisierung der Schlüssel zu neuem Wachstum“, prognostizierte Rohleder. 

Fortschrittlicher sind die stationär und online tätigen Händler, wenn es um konkrete digitale Services für den Kunden geht. So bietet bereits jeder Zweite (52 Prozent) die Möglichkeit der Lieferung am selben Tag der Bestellung (Same Day Delivery), 11 Prozent liefern sogar zur selben Stunde (Same Hour Delivery). Je ein weiteres Fünftel (21 Prozent) diskutiert oder plant diese Liefermodelle. Auch Click & Collect, also die Möglichkeit die Ware im Internet zu bestellen und im Laden versandkostenfrei abzuholen, bieten schon 54 Prozent der Händler an, 17 Prozent planen oder diskutieren diesen Service. Klassisch verläuft dagegen meist noch die Kommunikation mit dem Kunden, also per Mail (96 Prozent) oder Telefon (84 Prozent). Video- (4 Prozent), Text-Chat (6 Prozent) und Messaging-App-Services (6 Prozent) sind dagegen noch nicht verbreitet. 

„Einige Händler halten mit den veränderten Kundenerwartungen noch nicht Schritt“, resümiert Rohleder. Das alte Credo „Handel ist Wandel“ habe heute mehr Gültigkeit denn je. „Zwei von drei Händlern sehen die Digitalisierung als Chance. Sie müssen die Digitalisierung jetzt entschlossener angehen.“ 


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LOGISTIK

Digitalisierung im Postmarkt


- Onlineshopper treiben weiterhin den KEP-Markt

- Neue Liefermodelle stimulieren Nachfrage

- Atomisierung der Last Mile-Modelle

Unter dem Titel „Digitalisierung im Postmarkt: Neue Entwicklungen in den Bereichen KEP und Brief sowie deren Auswirkungen auf die Regulierung“ ist eine von der Hamburger Unternehmensberatung MRU GmbH gemeinsam mit dem IAL Würzburg erarbeitete Studie zum KEP-Markt veröffentlicht worden.  

Nach wie vor sind Online-Bestellungen von Konsumenten der größte Treiber des deutschen Kurier-, Express- und Paketmarktes (KEP). 2015 wurden knapp 1,3 Milliarden Pakete an Privatempfänger zugestellt und ein Ende des Wachstumstrends ist derzeit nicht in Sicht. Für 2016 wird sogar ein Anstieg von rund 12 Prozent auf über 1,4 Mrd. B2C Sendungen prognostiziert. Damit ist der Paketmarkt der mit Abstand wichtigste Treiber des sogenannten KEP-Marktes.

Mittlerweile profitieren aber auch Express- und Kurierunternehmen vom Wachstum des E-Commerce. Im Rahmen einer für die Regulierungsbehörde verfassten Studie wurde nachgewiesen, dass 2015 insgesamt über 2,3 Milliarden Pakete – inklusive der sogenannten B2B-Sendungen - befördert wurden. Eine Verlangsamung des Aufwärtstrends ist derzeit nicht absehbar. Für 2016 wird ein Zuwachs auf 2,5 Milliarden Sendungen erwartet und langfristig, bis 2025, wird das Paketvolumen der Untersuchung zufolge auf bis zu 4,5 Mrd. Sendungen ansteigen.

Dabei hat sich auch das internationale Geschäft als weiterer Wachstumstreiber des Marktes etabliert. 2015 wurden bereits knapp 350 Millionen Sendungen im grenzüberschreitenden Geschäft befördert und damit ein Umsatz von 4,7 Milliarden Euro erzielt. Insgesamt beförderten Kurier-, Express- und Paketdienste 2015 über 2,8 Mrd. Sendungen. 2016 wird das Aufkommen voraussichtlich dann erstmals die Marke von 3 Mrd. überschreiten und für die Jahre 2017 und 2018 wird mit einem Anstieg des Aufkommens auf über 3,2 bzw. 3,4 Mrd. Sendungen gerechnet. 

Schon jetzt ist erkennbar, dass neue Liefermodelle die Nachfrage zusätzlich stimulieren. In diesem Zuge ist eine Atomisierung der Lieferlösungen auf der sogenannten letzten Meile zu beobachten. Die Analyse dieser Entwicklung zeigt, dass die neuen Lieferoptionen zu erheblichen Wanderungsbewegungen zwischen den Segmenten des KEP-Marktes führen. 2015 belief sich dieses Volumen auf rund 70 Mio. Sendungen. Aufgrund der hohen Dynamik wird diese Zahl bereits 2017 im niedrigen dreistelligen Millionenbereich liegen und mittelfristig auf rund 1 Milliarde Sendungen ansteigen.  

Die Studie kann auf der MRU-Webseite heruntergeladen werden.


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Parcel-Kuriositäten


Zwei Meldungen des Datenportals statista.com haben unsere Aufmerksamkeit erregt. In der ersten geht es um die Möglichkeiten der vollautomatischen Lieferung von Paketen, in der zweiten um die aktuelle Qualität der Paketdienste. 

Automatische Paketzustellung? Eher nicht!

Die Deutsche sind beim Thema vollautomatische Lieferung von Paketen laut einer aktuellen YouGov-Studie eher skeptisch. Nur ein Viertel der rund 2.000 Befragten stehen Paketrobotern und Lieferdrohnen, die vollkommen selbstständig Lieferungen an vorher festgelegten Orten ablegen, positiv gegenüber. Dagegen sagen 38 Prozent, das sie sich Waren ausschließlich durch Postboten zustellen lassen wollen. Gegen die nichtmenschlichen Zusteller spricht, dass sie laut Ansicht der Umfrage-Teilnehmer Arbeitsplätze in der Logistik gefährden. Dennoch testen derzeit viele Unternehmen der Branche den Einsatz. Hermes beispielsweise hat kürzlich in Hamburg einen sechsmonatigen Pilotversuch mit Lieferrobotern des IT-Startups Starship Technologies durchgeführt - laut Angaben des Unternehmens mit Erfolg.




Grafik: statista.com

Mehr Beschwerden über Paketdienste

Fast 1.800 schriftliche Beschwerden zu Paketbeförderung und -zustelllung sind im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur eingegangen - das sind etwa doppelt so viele wie 2015. Damit haben Pakete erstmals für mehr Beschwerden gesorgt als Briefe. Viele der Eingaben drehen sich um Zustellpro¬bleme. So bemängelten die Kundinnen und Kunden häufig, dass kein Zustellversuch unternommen und Pakete direkt in der Nachbarschaft abgegeben oder zur Abholung in einer Filiale gelagert wurden. Dass die Zahl der Paketbeschwerden zunimmt dürfte auch der in den letzten Jahren durch den E-Commerce stark gestiegenen Anzahl der Sendungen geschuldet sein. Allein die Deutsche Post beförderte 2016 über 1,2 Milliarden Pakete.



Grafik: statista.com


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Pick-by-Vision in der Lebensmittellogistik

- Datenbrillen in der Lebensmittel-Kommissionierung
- Mit einem Blick scannen und verifizieren
- Zeitersparnis von 8 bis 12 Prozent gegenüber Handhelds

Bei hoher Warenrotation muss es auch in der Lagerlogistik schnell gehen -  besonders bei verderblichen Lebensmitteln. Der belgische Kontraktlogistiker Weerts Supply Chain S.A. vertraut deshalb nun auf die Pick-by-Vision-Lösung des Logistik-IT-Entwicklers Picavi: Im belgischen Zentrallager nahe Lüttich kommissioniert Weerts Produkte des amerikanischen Lebensmittelkonzerns Mondelēz International mit aktuell 15 Datenbrillen.

Das Kommissioniersystem von Picavi ermöglicht den Lageristen das Arbeiten mit freien Händen und beschleunigt durch eine konsequente, visuelle Benutzerführung alle Prozesse. Im Vergleich zu den vorher genutzten Handhelds erzielt Weerts eine Zeitersparnis von zurzeit acht bis zwölf Prozent. Auf diese Weise wird unter anderem auch die pünktliche Belieferung der gesamten Beneluxstaaten mit Milka-Schokoladentafeln und anderen Mondelēz-Produkten gesichert.



Das System funktioniert denkbar einfach: Mit einem Blick scannen die Lagerarbeiter den Barcode und verifizieren damit zugleich den Vorgang. Der Auftragsstatus wird in Echtzeit an das Lagerverwaltungssystem übermittelt. Dabei ist eine kombinierte Anwendung der Datenbrillen mit kleinen Ringscannern, welche am Zeigefinger befestigt werden, im Dauerbetrieb. So kann auch an ergonomisch herausfordernden Stellen, wie etwa am Fuß einer Palette, problemlos gescannt werden. Es besteht eine lückenlose Kommunikation zwischen Datenbrille und Ringscanner, die per Bluetooth miteinander verbunden sind.

Auch wegen der einfachen Anbindung an das bestehende Lagerverwaltungssystem JDA RedPrairie ist das Pick-by-Vision-System schnell im effektiven Arbeitsablauf angekommen. „Dank seiner Skalierbarkeit können wir es flexibel einsetzen und auf weitere Prozesse ausdehnen,“ berichtet Roger Kusters, Leiter des Weerts Distributionszentrums. Gesagt, getan: Neben der Kommissionierung per Gabelstapler werden die Datenbrillen zudem im Wareneingang und bei der Bereitstellung von vorkonfektionierten Wareneinheiten genutzt. Der Einsatz bei Inventur und Einlagerung ist bereits in Planung.

Durch ihr geringes Gewicht und ihre stetige Vernetzung ist die Datenbrille ein komfortables Werkzeug in der Intralogistik. Die neue Technologie ist einfach in die vorhandene IT einzubinden und überzeugte mit ihrer intuitiven Bedienung und der übersichtlichen Benutzeroberfläche die Nutzer im belgischen Lager. „Die Präsentation der Informationen im oberen Sichtfeld empfinden unsere Lageristen als sehr praktisch und zielführend“, so Kusters über den Einsatz im Echtbetrieb.

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DER KRÖNENDE ABSCHLUSS

 

Kreativschub für die „Beamtenstadt“

Das süddeutsche Karlsruhe hat das Image einer Beamtenstadt – nicht zuletzt bedingt durch das dort ansässige Bundesverfassungsgericht und den Bundesgerichtshof. Dass sich die Stadt in den letzten Jahren zu einer der Technologieregionen Deutschlands sowie zu einem lebendigen Zentrum für Start-ups gemausert hat, ist weniger bekannt.  Viele Startups sind Spin-offs der hiesigen Universität KIT, der Hochschulen und Forschungseinrichtungen oder der ansässigen IT-Unternehmen.
 
Neben der IT-Branche boomt auch die Kultur- und Kreativwirtschaft. Mit der offiziellen Stilllegung des Schlachthofes Ende 2006 begann sich eine Idee zu formieren: das mitten in der Stadt gelegene ehemalige Schlachthofareal sollte in ein Zentrum für Kultur- und Kreativschaffende verwandelt werden. Insbesondere für Gründerinnen und Gründer sollte mit der Bereitstellung außergewöhnlicher und kostengünstiger Räume der Einstieg in die berufliche Selbständigkeit erleichtert werden. Daher gab es bald erste Gedanken, die ehemalige Schweinemarkthalle in ein Gründerzentrum umzunutzen. 

Nach der Privatisierung des Viehhofs 1971 war sie nur noch als Lagerhalle genutzt worden. Sie befand sich in einem derart maroden Zustand, dass sie trotz Einstufung als Kulturdenkmal im Jahr 2000 zum Abbruch freigegeben worden war. 2011 beschloss der Karlsruher Gemeinderat für die Schweinemarkthalle schließlich die Umsetzung eines neuartigen architektonischen Konzepts: das Containermodell.

Noch im selben Jahr wurde mit den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen begonnen. Im Vordergrund stand dabei der Erhalt der historischen Bausubstanz. Höhepunkt des Umbaus war die Aufstellung von 68 umgenutzten Seefrachtcontainern in der Halle. Wo früher Schweine auf ihre Abnehmer warteten, stehen sie heute gestapelt über- und nebeneinander. Mit Fenstern, Türen und Terrassen versehen sowie durch Stahltreppen verbunden, bilden sie auf 3 Stockwerken abgeschlossene Arbeitsräume und offene Kommunikationszonen. 

Arbeiten im Container

Nach anderthalbjähriger Umbauzeit wurde im April 2013 das Gründerzentrum in der ehemaligen Schweinemarkthalle offiziell eröffnet. Die ersten Gründer hatten ihre Container zu diesem Zeitpunkt bereits bezogen. Mittlerweile ist das Perfekt Futur (seinen Namen erhielt das Gründerzentrum durch einen Wettbewerb) Standort für über 30 junge Firmen, die hier ihre ersten Schritte in die Selbständigkeit wagen. 

Der industrielle Charme aus Stahl und Glas sorgt für eine kreative und inspirierende Umgebung. Gerade die unmittelbare Nähe zu anderen Kreativen trotz eigener Büroräume macht die Container zu einer interessanten Alternative zu klassischen Coworking Spaces. Hier kann jedes Unternehmen in seinen eigenen Räumen in Ruhe arbeiten, ohne von lauten Telefonaten der Mitgründer gestört zu werden. Und dennoch hat man Kontakt zueinander – kein Wunder, dass gerade die heiß begehrten oberen Container-Etagen im Karlsruher Perfekt Futur binnen kürzester Zeit vermietet waren. Sehr beliebt ist auch das Café im Eingangsbereich als zentrale Treffpunkt für Nutzer und Gäste. 



Ausgediente Container bieten viel Raum für Kreativität und neue Ideen

Mit dem Kreativpark „Alter Schlachthof“ wurde in Karlsruhe eines der wichtigsten Quartiere für die Kreativwirtschaft im Südwesten aufgebaut. Das Existenzgründerzentrum Perfekt Futur bildet heute einen zentralen Baustein der Konversion des Alten Schlachthofs und ist ein äußerst gelungenes Beispiel, wie einem abbruchreifen Objekt neues, kreatives Leben eingehaucht werden kann. Die Einzel-, Zweier- oder Dreiercontainer werden nach erfolgreicher Bewerbung auf drei Jahre vermietet mit Option auf eine zweijährige Verlängerung, eine vorzeitige Kündigung durch den Mieter ist jedoch möglich.

Text und Foto: Ulrike Morlock





Redaktion (V.i.S.d.P.): Thomas Pool


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